Archiv der Kategorie: Tiergesundheit

Bisherige Ergebnisse im Projekt „Gras- und Silagequalität“

Seit Anfang 2013 werden in der Projektgruppe „Gras- und Silagequalität“ Ergebnisse und Beobachtungen aus der Eifel dokumentiert.

Hier eine erste Zusammenfassung als pdf (12 Seiten, 0,6 MB)

Ziel ist es, die Tiergesundheit und Produktivität nachhaltig zu verbessern.

Bei Fragen oder Anregungen freue ich mich auf Ihre Rückmeldung.

Einladung: Projektgruppe „Gras- und Silagequalität“ am 4.12.2014

Herzliche Einladung zum Treffen der
Projektgruppe „Gras-und Silagequalität“ am 4.Dezember 2014

Der Veranstaltungort wird noch bekannt gegeben.

Programm

  • 9.30 Uhr Begrüßung
  • Referat: „Die Kuh zeigt uns was ihr fehlt“. Gute Tierbeobachtung, eine wesentliche Grundlage des Herdenmanagments.
  • 11.00-12.30 Uhr  Praktischer Teil in der Herde
  • 12.30-13.30 Mittagspause
  • 13.30 Uhr Vorstellung der Ergebnisse der Gras- und Silageuntersuchungen 2014, Beobachtungen und Erkenntnisse aus den Betrieben und Planung der Projekte 2015
  • 15.30 Ende der Veranstaltung

Seminargebühr 80,00 €, für Mitglieder der Projektgruppe 20,00 €

Anmeldung

Ich hoffe Sie auf der Veranstaltung begrüßen zu dürfen und bitte um Rückmeldung per E-Mail oder telefonisch:
Tel. 06599 – 9278647, E-Mail post @ rudolf-leifert.de

Winterrundbrief 2014

Wir sind mitten drin in der Winterfütterung 2013/14. Wieder müssen wir feststellen, dass uns auf vielen Betrieben das, worum wir uns im letzten Sommer redlich bemüht haben, nämlich gute, stabile und schmackhafte Grassilagen herzustellen, nicht immer gelungen ist. Und das, obwohl keine offensichtlichen Fehler beim Verdichten, Abdecken usw. gemacht worden sind.

Auch eingesetzte Siliermittel lassen nach bisherigen Vergleichen keine Rückschlüsse auf deren Wirksamkeit zu. Ist es so, dass die guten Silagen, die wir ja auch auf vielen Betrieben finden, ein Geschenk des Glücks sind?

Für alle, die Ihre Silagequalität nicht dem Glück alleine überlassen wollen, sondern bei der Lösungen der anstehenden Fragen aktiv mitarbeiten möchten, gibt es die „Projektgruppe Gras-und Silagequalität„. Neue Teilnehmer sind herzlich eingeladen am nächsten Treffen der Gruppe am 17. Januar teilzunehmen.

An diesem Abend werden wir uns mit den Ergebnissen der Gras-und Silageuntersuchungen des letzten Jahres beschäftigen. Gerade die Nitrat- und Gesamtzuckeruntersuchungen geben uns wichtige Hinweise auf deren Gehalte in den Pflanzen im Vegetationsverlauf. Diese Werte bestätigen sich auch in den Silageuntersuchungen. Einen Überblick über die Werte von 2013 finden Sie auch im Herbstrundbrief.

In der laufenden Winterfütterung zeigt sich eindeutig, dass die Nitratgehalten neben dem Eiweißabbau in den Silagen eine wesentliche Rolle für die Tiergesundheit spielen. Das bestätigt auch Dr. Höltershinken von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Er hat dieses Thema auf der Veranstaltung im November 2013 aufgegriffen und wird uns auch in diesem Jahr bei der weiteren Arbeit zur Gras-und Silagequalität von wissenschaftlicher Seite unterstützen. Lassen Sie auf jeden Fall auch den Nitratgehalt in der Grundfutteranalyse der Grassilagen mit untersuchen. Am 17. Januar werden wir auch von ersten Versuchen aus einigen betroffenen Betrieben berichten, wie wir die negativen Auswirkungen im Bestand reduzieren können.

Der Erfolg im Kuhstall ist jedoch nicht nur von guten Silagen abhängig. Bei wachsenden Kuhbeständen und Gesamtbetrieben dürfen wir den Überblick im Betrieb nicht verlieren.
Die Grundlage für wirtschaftliche Milchviehhaltung ist ein gutes Herdenmanagement, eine konsequente Kostenanalyse und betriebswirtschaftliche Auswertung aller Betriebszweige.
Zu diesem Thema habe ich Herrn Berthold Drilling von der Firma bsp agrosoft gebeten, uns die Programme der Firma zu Fütterung, Herdenmanagment und Auswertung der MLP Daten vorzustellen.

winterrundbrief-2014Winterrundbrief 2014 als Pdf

Phosphorversorgung rund um die Abkalbung beim Milchrind

Im Rahmen eines eintägigen Seminars „Fruchtbarkeit beim Milchrind“ in Theorie und Praxis am 23. April 2013 unter Leitung von Herrn Rudolf Leifert in Birgel/Eifel stellte Dr. Siegfried Kalchreuter/Bayern die Bedeutung des Phosphors für das Fruchtbarkeitsgeschehen in den Mittelpunkt seines Referates.

Unter guter fachlicher Praxis ist auch die Einhaltung der Harmonie Boden-Pflanze- Tier zu verstehen. Ausgangspunkt des landwirtschaftlichen Betriebes  ist und bleibt der Boden mit entsprechender Pflege. Ein mit Mineralstoffen gut versorgter Boden ist auf lange Sicht die wichtigste Voraussetzung für eine gesunde und leistungsfähige Milchviehhaltung – „Boden und Düngung machen das Tier“.

Unsere Großväter/ Väter wussten  um die Bedeutung der segensreichen jährlichen Düngung mit Thomasmehl. Doch sollte heutzutage  die Verteuerung der weltweit immer knapper werdenden Phosphorvorkommen nicht zu Lasten der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Nutztiere gehen, denn Phosphor (P) ist nun mal mit der wichtigste Leitmineralstoff. Er hat eine entscheidende Funktion für die generative Phase. So fördert er im Getreide die Blühfreudigkeit, den Korn- und Fruchtansatz, die Widerstandskraft gegen Krankheiten und Streßsituationen wie Hitze, Kälte und Nässe.  Halmstabilität und Inhaltsstoffe des Erntegutes werden ebenfalls  vom P positiv beeinflusst. Übertragen auf das Rind  bedeutet dies deutliche Brunstsymptome, rechtzeitiger Follikelsprung, erfolgreiche Befruchtung, ungestörte embryonale Entwicklung, stabile Skelett- und Knochenentwicklung, Leistungsfähigkeit, Gesundheit, ausgeprägte Immunität und Langlebigkeit. P nimmt also eine zentrale Stellung im gesamten Stoffwechsel ein.

P- Mangel beeinträchtigt die Aktivität der Pansenmikroben und vermindert deren Syntheseleistung (Mikrobeneiweiß, Vit. B-Produktion). Folglich geht die Futteraufnahme mit zunehmendem Energiedefizit zurück.  Fett- und Eiweiß-prozente in der Milch fallen, Fruchtbarkeitsprobleme nehmen zu.

Trockenstehzeit

Energiearme Rationen mit viel Struktur zur Vermeidung einer Verfettung (BCS-Kontrolle !) wegen des Risikos einer Ketose nach dem Abkalben sind meist P-arm und bedürfen einer entsprechenden P-Ergänzung (Trockensteher- Mineral-futter mit 8-10% P bzw. mit 12% P bei Ca- betontem Grundfutter wie Kleegras oder Luzerne).  Phosphorsäure als Anion wirkt vorbeugend gegen das gefürchtete Festliegen (Milchfieber, Hypokalzämie) um bzw. nach dem Abkalben. Beispielsweise haben unsere Großväter  dieses Problem mit der Zufütterung von Weizenkleie (P- reich) gelöst. Besondere Bedeutung hat die P-Versorgung in der Vorbereitungsfütterung (Transitphase), da P die Vitalität der Tiere steigert und die Grundfutteraufnahme fördert. Generell ist P- reiches  Grundfutter schmack-hafter und wird lieber gefressen – ein Appell an die Düngungspraktiken (Boden-untersuchungsergebnisse!) und die Notwendigkeit der Futteranalyse (möglichst 3,8-4,2 g P/kg TM Gesamtration).

Es muß das Ziel sein, dass die Tiere gestärkt abkalben und mit Durchsetzungskraft in die Laktation kommen. Dies ist besonders wichtig für  Färsen, die sich einerseits als Neulinge in der Kuhherde (Laufstall) eingewöhnen müssen und sich andererseits in einer Konkurrenzsituation von Wachsen, Milchproduktion und Fruchtbarwerden befinden. Diagnostisch hat es sich bewährt, von Zeit zu Zeit 3 Wochen vor dem Abkalben die P-Versorgung übers Blut festzustellen (Soll: 6,5-7,5 mg P/dl bzw.2.2-2.5 mmol P/l Blut). Um bei Bedarf kurzfristig den P-Blutspiegel anzuheben, werden verschiedene Präparate wie Boli, Pills, Eingabeflaschen angewandt. Eine der effektivsten P-Verbindung ist das Mononatriumphosphat als Pulver oder Bolus, das zudem  bei ketotische Stoffwechselsituationen entlastend wirkt.

Besonders wichtig bleibt nach wie vor die Versorgung mit bestem Raufutter (Heu) zur Aufrechterhaltung der Pansenaktivität, des Wiederkauens mit genügend Speichelbildung, damit der Phosphor wie auch die Spurenelemente bei einem Pansen- pH- Wert von ca. 6,5 optimal verwertet werden können.

Frischkalbezeit

Mit der Bildung der Kolostralmilch wird dem Organismus rel. viel Kalzium entzogen, da die Biestmilch mehr Ca enthält als die normale Milch. Vitamin D3-Injektion, Ca-Boli, Ca/P-Eingabeflasche kommen in der Praxis als Vorbeuge gegen das Milchfieber zum Einsatz. Ein Mineralfutter für laktierende Kühe mit 16-18% Ca und 6-8% P ist empfehlenswert. Auch in der frischlaktierenden Zeit  (3 Wochen nach dem Abkalben) empfiehlt es sich die Blutuntersuchung als diagnostisches Hilfsmittel anzuwenden.  Die Soll-Werte sind dann 6,0-6,5 mg P/dl bzw. 2.0-2,2 mmol P/l Blut – eine Orientierung, um der Versuchung einer zu geringen P-Versorgung vorzubeugen. Denn besonders in diesem Laktationsabschnitt ist auf  Aktivität der Tiere mit Freßlust und eine problemlose Nachgeburtsphase (Puerperium) zu achten, da sie mit der Milchleistung einen erhöhten Mineralstoff- output haben. In Ställen mit automatischem Melksystem ist die Aktivität der Kuhherde bei gutem Fußwerk Voraussetzung für eine erfolgreiche Milchviehhaltung.

P-Mangelsymptome

Erste Anzeichen von P-Mangel zeigen sich in Form von fadenziehendem, glasklarem Nasensekret, da die Lunge beim Rind anfälliger ist als z.B. beim Pferd. Da der gesamte Energiehaushalt quasi über den Phosphor (ATP-Spiegel) abläuft, zeigen die Tiere bei P-Mangel Müdigkeitserscheinungen und liegen viel, was sich negativ auf die Eutergesundheit mit erhöhter Milchzellzahl auswirkt. Dann müssen immer mehr Kühe in den Melkstand getrieben werden, was im Melkroboterbetrieb nicht sein darf!  Die Tier bewegen sich vorsichtig und ängstlich, sind leicht schreckhaft. Typisch ist im Stehen das abwechselnde Schonen der Hinterbeine (Trippeln). Auch fressen sie weniger, haben eingefallene Hungergruben und entwickeln eine ausgeprägte Lecksucht. Beim Fressen sind sie sehr wählerisch mit auffälligem Herumsuchen im Futter-barren nach feinen Futterbestandteilen. Das Haarkleid wird glanzlos, rau und struppig. Die Tiere pflegen und säubern sich weniger, die Hinterhand ist mit Kot beschmutzt, da sie zunehmend dünn abkoten. Festzustellen ist auch eine leichte Tendenz zur Untertemperatur um 38°C.

P-Mangel äußert sich auch im Umrindern trotz deutlicher Brunstsymptome und normalen Brunstzyklen, da zum rechtzeitigen Eiblasensprung neben leicht ver-fügbarer Energie (Glukose) auch genügend P im Follikel sein muß.

Besteht ein längerer P-Mangel, dann wird zugunsten der Milchproduktion das Skelett ab- und umgebaut: Sprunggelenksverdickung (Abb.3) und Fersenauftreibungen (Abb.4), Einschmelzung z.B. eines Hüftbeinhöckers (Abb.5), Bruch des Rückgrades (Abb.6) und Knochenweiche (Abb.7). Die Tiere „verzehren“ sich buchstäblich und fallen durch Stellungsanomalien (Abb.8) auf. Weiche Klauensohlen, schlechter Klauenschluß, Entzündungen im Zwischenklauenbereich werden ebenfalls  beobachtet. Wegen Klauenschmerzen verharren sie kniend rel. lange auf dem Karpalgelenk (Abb.9), bevor sie sich aufrichten. Sie lahmen und verlieren auffallend viel Gewicht. Immer wieder kommt das sog. atypische Festliegen vor, bei dem sich die Tiere in der Hinterhand nicht auf-richten können, jedoch bei vollem Bewusstsein sind und auch fressen. Im Zu-sammenhang mit P-Mangel lässt sich  auch so manche Nachgeburtsverhaltung (Abb.10) erklären.

Kälber von P-Mangel-Kühen zeigen Immunitätsschwäche, neigen zu Neugeborenendurchfall und Atemwegserkrankungen.

Dr. Siegfried Kalchreuter
Sachsen b. Ansbach, den 17.06.2013
Wiedergabe auf rudolf-leifert.de mit freundlicher Genehmigung

Seminar: Die Fruchtbarkeit beim Milchrind

Wegen der großen Nachfrage und der äußerst positiven Resonanz auf die Veranstaltung im April 2013, wird das Seminar „Die Fruchtbarkeit beim Milchrind“ Anfang 2014 wiederholt.

rudolf-leifert-1

Referent: Dr. Siegfried Kalchreuter
ehemaliger Leiter der Landwirtschaftsschule Ansbach, Autor verschiedener Publikationen
u.a.

Termin und Ortrudolf-leifert-2 wird noch bekannt gegeben

Programm voraussichtlich

  • 9:30 Uhr Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer
  • Sie können Unterlagen aus Ihren Betrieb wie z. B. Blutuntersuchungen, Ergebnisse von Abstrichen etc.mitbringen oder besondere Problematiken in Ihrem Betrieb schildern.
  • 10:00 Uhr Die Fruchtbarkeit beim Milchrind
    Vortrag Dr. Kalchreuter anschl. Aussprache
  • 12:30 Uhr Mittagessen
  • 13.30 Uhr Praktischer Teil in einem Milchviebetrieb
    Schutzkleidung wird gestellt.15
  • 15.30 Uhr Abschlussgespräch
    Raum für Ihre Fragen und Anregungen
  • 16:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt.

Lesetipp: Selen unverzichtbares Spurenelement für Nutztiere

In der aktuellen Ausgabe der Tiergesundheit Aktuell ab Seite 12 stellt Dr. Siegfried  Kalchreuter eine Diplomarbeit der Uni Hohenheim vor bei der es um das für Nutztiere unverzichtbare Spurenelement Selen geht.

Herr Dr. Kalchreuter wird am 23. April 2013 ein Seminar auf dem Birgeler Hof zum Thema „Die Fruchtbarkeit beim Milchrind“ halten.

Workshop: Die Fruchtbarkeit beim Milchrind

rudolf-leifert-1Referent: Dr. Siegfried Kalchreuter
ehemaliger Leiter der Landwirtschaftsschule Ansbach, Autor verschiedener Publikationen
u.a.

Dienstag 23. April 2013
[Aktualisierung: Wegen der guten Resonanz wird das Seminar am Montag, den 11. November 2013 wiederholt.]

Birgeler Hof
Hauptstraße 31
54587 Birgel

rudolf-leifert-2Programm

  • 9:30 Uhr Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer
  • Sie können Unterlagen aus Ihren Betrieb wie z. B. Blutuntersuchungen, Ergebnisse von Abstrichen etc.mitbringen oder besondere Problematiken in Ihrem Betrieb schildern.
  • 10:00 Uhr Die Fruchtbarkeit beim Milchrind
    Vortrag Dr. Kalchreuter anschl. Aussprache
  • 12:30 Uhr Mittagessen
  • 13.30 Uhr   Praktischer Teil im Betrieb von Alfons & Patric Schmitz , Birgel
    Schutzkleidung wird gestellt.
  • 15.00 Uhr: Richtig silieren – was kann der Landwirt optimieren?
    Schnittzeitpunkt, Nährstoff – und Trockenmassegehalte bestimmen die Maßnahmen und die Wahl des Siliermittels.
  • 15.00 Uhr Abschlussgespräch
    Raum für Ihre Fragen und Anregungen
  • 16:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt.

Seminargebühr incl. Kaffee und Mittagessen 50,00 € je Teilnehmer.
Der Beitrag wird zum Veranstaltungsbeginn in bar erhoben.